Rauchmelder: Alle Infos für Mieter

Rauchmelder retten Leben / Dezember 10, 2021

Haben Sie eine Wohnung oder ein Haus gemietet, ist Ihr Vermieter, also der Haus – oder Wohnungseigentümer, laut den Bauordnungen der Bundesländer für die Installation der Rauchmelder zuständig. In der Regel sind dazu mindestens alle Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Fluchtweg ins Treppenhaus bzw. nach draußen dienen, mit einem Rauchmelder auszustatten.

Die Ausstattungspflicht gilt im Übrigen auch für Gästezimmer – oder falls im Wohn- oder Arbeitszimmer regelmäßig jemand übernachtet. Sollte sich eine Raumnutzung nach der Installation der Rauchmelder bei Ihnen ändern, wird z.B. das Arbeitszimmer von Ihnen jetzt als Kinder- oder Gästezimmer genutzt, so informieren Sie am besten Ihren Vermieter zeitnah darüber. So kann er hier einen Rauchmelder nachrüsten und Ihre Familie und Gäste sind nachts im Brandfall geschützt.

Berlin und Brandenburg, die erst vor kurzem die Rauchmelderpflicht verbindlich eingeführt haben, haben bereits aus der Erfahrung der anderen Bundesländer gelernt. Laut Gesetz sind daher dort seit spätestens 01.01.2021 neben Schlaf- und Kinderzimmern ALLE Aufenthaltsräume auszustatten, also auch Wohn- und Arbeitszimmer.

Bitte beachten Sie auch die Sonderregelung in Sachsen, dort gilt die Rauchmelderpflicht für Eigentümer bislang nur für Neu- und Umbauten, eine Regelung zur Ausstattung bestehender Wohnhäuser ist ab 2024 geplant.

Mehr zu: „Können Sie als Mieter eigene Rauchmelder anbringen?“

Hier sind Sie als Mieter für die Wartung der Rauchmelder zuständig:

Die Rauchmelder Wartung ist in den Landesbauordnungen der Bundesländer unterschiedlich geregelt. In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein sind Sie als Mieter für die Instandhaltung und Pflege der Rauchmelder zuständig. Dabei muss der Vermieter trotzdem sicherstellen, dass Sie auch in der Lage sind, die jährliche Überprüfung wahrzunehmen, wozu Sie z.B. eine Leiter oder einen Tritt benutzen müssen, um an die Decke zu kommen. Mieter im höheren Alter oder mit körperlichen Einschränkungen müssen vom Vermieter daher bei dieser Aufgabe unterstützt werden.

Mehr zu „Sind Sie in der Wartungspflicht?“

In diesen Bundländern ist der Vermieter/Eigentümer für die Wartung verantwortlich:

In Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Eigentümer/Vermieter für die Instandhaltung und Pflege der Rauchmelder zuständig. Sollte Ihr Vermieter die Wartung der Rauchmelder auf Sie übertragen wollen, so muss er mit Ihnen dazu einen einvernehmlichen Vertrag schließen. Nur so kann er sich wirksam von seiner Wartungspflicht entbinden.

Mehr zu „Rauchmelder-Wartung trotz Corona?“

Welche Kosten darf Ihr Vermieter weiterberechnen?

Ihr Vermieter darf die Kosten für die Anschaffung und Installation (Investitionskosten) auf Sie als Mieter umlegen – aber nur indem er die Kaltmiete anteilig erhöht. Diese Erhöhung der Kaltmiete darf jedoch laut BGB-Mietrecht jährlich maximal 8% der Investitionskosten betragen.

Die Kosten für die Wartung der Rauchmelder kann Ihr Vermieter ebenfalls an Sie weiterreichen – sofern er die Wartung selbst übernimmt oder einem Dienstleistungsunternehmen überträgt. Diese Wartungskosten dürfen allerdings nur auf Ihre jährlich abgerechneten Nebenkosten bzw. Betriebskosten umgelegt werden.

Es ist dem Vermieter jedoch nicht erlaubt, die Kosten für die Anschaffung und Installation mit den Kosten der Rauchmelder Wartung zusammenzufassen: Eine Vermischung, mit der die Anschaffungs- und Installationskosten für die Rauchmelder über die jährlichen Betriebskosten abgerechnet werden, ist nicht gestattet.

Häufig gestellte Fragen von Mietern

Was passiert, wenn ich als Mieter meiner Wartungspflicht für die Rauchmelder (laut Mietvertrag oder Landesbauordnung) nicht nachkomme?
Aktuell gibt es keine Überprüfung durch Behörden (z.B. durch die Bauaufsicht). Ihr Vermieter sollte sich aber, um seiner Überwachungspflicht im Rahmen des Haftungsrechts nachzukommen, wenigstens durch Befragen ab und an davon überzeugen bzw. Sie daran erinnern, dass Sie die in Ihrer Wohnung installierten Rauchmelder regelmäßig, aber mindestens einmal jährlich, überprüfen müssen – auch zu Ihrer eigenen Sicherheit.

Der Vermieter kann allerdings auch mit Ihnen vereinbaren, die Funktionsfähigkeit der Rauchmelder bei Gelegenheit einmal jährlich – zusätzlich zu Ihrer eigenen Prüfung als Mieter – selbst überprüfen zu dürfen.

Kommt es in Ihrer Mietwohnung zu einem Brand und funktionieren die Rauchmelder dann nicht wie vorgesehen, so dass Sie, Ihre Angehörigen oder Ihre Gäste verletzt werden, müssten Sie beweisen können, wann Sie die Funktion der Melder überprüft haben, d.h. wann diese zuletzt ordnungsgemäß funktioniert haben.

Es ist daher wichtig, dass Sie die mindestens jährliche Wartung protokollieren. Das kann handschriftlich erfolgen, z.B. in einem Wartungsheft oder anderen, gut aufzubewahrenden Unterlagen, oder auch digital in einer Cloud. Wichtig ist, dass nach einem Brand auf die Unterlagen zugegriffen werden kann.

Eine Haftung des Vermieters im Brandfall (bzw. Ihren durch Rauchgase verletzten Angehörigen und Gästen gegenüber) besteht jedenfalls nicht, wenn

  1. Sie laut Landesbauordnung für die Wartung der Rauchmelder zuständig sind oder
  2. Sie schriftlich bestätigt haben (z. B.im Mietvertrag), dass Sie als Mieter die Wartung der Rauchmelder in Ihrer Wohnung übernehmen und dadurch weder durch physische noch psychische gesundheitliche Beeinträchtigungen an der Wartung gehindert waren und
  3. Sie auch bis zum Zeitpunkt des Brandereignisses diese Verpflichtung tatsächlich erfüllen konnten.


Wer zahlt, wenn es in meiner Abwesenheit durch den Rauchmelder einen Falschalarm gibt und die Feuerwehr gerufen wird?

Kommt es während Ihrer Abwesenheit zu einem Falschalarm oder Ihr Melder erzeugt einen technischen Alarm (z.B. wegen schwacher Batterieleistung) und Ihr Nachbar benachrichtigt die Feuerwehr, die Ihre Wohnungstür aufbricht, müssen Sie als Mieter für den Schaden an Ihrer Wohnungstür nach bisheriger Rechtsprechung nicht aufkommen. (AG Hannover Urteil vom 20.4.2007 Az. 537 C 17077/05)

Auch Ihr Nachbar, der im guten Glauben die Feuerwehr alarmiert, muss nicht für den Schaden an der Tür aufkommen, sondern Ihr Vermieter, der hoffentlich dagegen versichert ist.

Die Kosten des Feuerwehreinsatzes müssen in solchen Fällen weder Sie als Mieter noch der Nachbar, der die Signale aus Ihrer Wohnung falsch interpretiert und die Feuerwehr alarmiert hat, bezahlen.

Muss ich als Mieter leere Batterien und defekte Rauchmelder ersetzen? Wann müssen Rauchmelder überhaupt ersetzt werden?
Sind Sie als Mieter gemäß Landesbauordnung (oder schriftlich vereinbart in Ihrem Mietvertrag oder in einer gesonderten Vereinbarung) für die Wartung zuständig, dann ist es Ihre Aufgabe, leere Batterien auszutauschen, sofern Melder mit auswechselbaren Batterien installiert sind. Der Vermieter muss Ihnen dafür die Betriebsanleitung für die bei Ihnen installierten Rauchmelder übergeben!

Ist Ihr Vermieter für die Wartung der Rauchmelder zuständig, dann ist er auch für den Austausch leerer Batterien – und defekter oder gealterter Rauchmelder zuständig.

Sind bei Ihnen jedoch Rauchmelder mit einer festeingebauten Batterie oder Rauchmelder mit 10-Jahres-Langzeitbatterien installiert, dann entspricht die Lebensdauer der Batterien in etwa der 10-jährigen Lebensdauer der Rauchmelder. Sind die Langzeitbatterien leer, dann müssen die Rauchmelder durch den Vermieter komplett ausgetauscht werden.

Wenn bei Ihnen Rauchmelder mit auswechselbaren Batterien installiert sind, müssen die Rauchmelder ebenfalls nach 10 Jahren Betriebszeit auf jeden Fall ausgetauscht werden – auch das ist Aufgabe des Vermieters.

Mein Vermieter installiert keine Rauchmelder, was kann ich tun?
Mit Ausnahme von Sachsen, in der eine Rauchmelderpflicht aktuell nur für neue Wohngebäude gilt, sind die Übergangsfristen in allen Bundesländen bereits abgelaufen. Sprechen Sie Ihren Vermieter daher unbedingt auf sein Versäumnis an und bitten ihn, umgehend die vorgeschriebenen Rauchmelder zu installieren. Sollte das keine Wirkung zeigen, schreiben Sie ihn offiziell an, am besten per Einwurf-Einschreiben und setzen Sie ihm eine realistische Frist zur Nachrüstung.

Sollte Ihr Vermieter daraufhin immer noch nicht reagieren, können Sie sich nur an die örtlich zuständige Bauaufsichtsbehörde wenden. Diese wird in der Regel ihrerseits dem Vermieter eine befristete behördliche Auflage zur Nachrüstung erteilen und im Falle weiterer Nichtbefolgung ggf. ein Bußgeld verhängen oder andere Maßnahmen ergreifen. Sie sollten Ihren Vermieter nicht selbst auf Nachrüstung der gemieteten Wohnung mit Rauchmeldern verklagen, weil es im Mietrecht nur einen Anspruch des Mieters auf Erhaltung des Mietobjektes in dem Zustand gibt, in welchem es sich bei Abschluss des Mietvertrages bzw. der Übergabe befand.

Mehr erfahren: Was tun, wenn der Vermieter keine Rauchmelder installiert!