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Wohnungsbrände vermeiden – vorbeugender Brandschutz

Rauchmelder retten Leben / September 9, 2021

Noch immer fordern jedes Jahr Brände in Deutschland rund 350 Menschenleben. Viele dieser Tragödien lassen sich jedoch verhindern, wenn man einige wichtige Regeln auch zuhause beachtet. Was viele nicht wissen: Gerade in Wohnungen finden sich zahlreiche Gefahrenquellen für Brände, die auf dem ersten Blick eher harmlos anmuten. Dabei birgt jedes Zimmer unterschiedliche Brandgefahren. Erfahren Sie, wie Sie das Brandrisiko in den eigenen vier Wänden minimieren können.

Gefahren in der Küche

Laut Statistik ist die Küche der Ort im Haushalt, von dem die meisten Wohnungsbrände ausgehen. Hier findet sich auch die größte Anzahl an elektronischen Geräten (Kühlschrank, Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine, Spülmaschine, Mixer etc.)  in einem Raum, die wir täglich benutzen. Der Herd ist für fast die Hälfte aller in der Küche auftretenden Brände verantwortlich.  So entzündet sich nicht selten heißes Fett beim Kochen in der Pfanne und wird zu einem sogenannten “Fettbrand”, der auf keinen Fall mit Wasser gelöscht werden darf – siehe unsere Brandschutztipps. Ebenso gefährlich sind auf den Kochplatten achtlos abgestellte Gegenstände. Besonders bei den modernen Ceranfeldern besteht die Gefahr, dass die Platte versehentlich und unbemerkt angeschaltet wird. Wie schnell das zu einem Küchenbrand führen kann, können Sie selbst (gefahrlos) ausprobieren – im virtuellen Brandversuchshaus des Instituts für Schadenverhütung (ifs).

Brandschutz-Tipps für die Küche

  • Lassen Sie beim Kochen den Herd niemals unbeaufsichtigt
  • Achten Sie darauf, Bratfett und Öl nicht übermäßig stark zu erhitzen und kochen Sie nur mit frischen Fetten – bereits mehrfach verwendetes Fett entzündet sich schneller und stellt damit ein Risiko für einen Fettbrand dar
  • Sollte es doch einmal zu einem Fettbrand kommen – NIEMALS mit Wasser löschen, dann kommt es zu einer Fettbrandexplosion, die Sie schwer verletzen kann! Falls zur Hand, ersticken Sie die Flammen mit dem Deckel der Bratpfanne – oder verwenden Sie einen speziellen Fettbrandfeuerlöscher oder ein Feuerlöschspray für Fettbrand.
  • Nehmen Sie nach dem Kochen immer alle Pfannen und Töpfe vom Herd.
  • Nutzen Sie die Herdplatte nicht als Ablage für Textilien (z.B. Küchentücher, Ofenhandschuhe, Topflappen etc.) oder Gegenstände aus leicht entflammbaren und brennbaren Materialien (z.B. Kunststoffe)
  • Säubern Sie den Herd – und besonders die Dunstabzugshaube – regelmäßig von Fetten und Fettablagerungen.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Elektroherd eine automatische Abschaltfunktion besitzt.
  • Falls Sie einen Gasherd nutzen – prüfen Sie, ob dieser über eine Zündsicherung verfügt.

Gefahren durch elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen

Ein Drittel aller Wohnungsbrände sind auf elektrische Defekte zurückzuführen. Veraltete oder defekte elektrische Geräte und überlastete Mehrfachsteckdosen können gefährlich sein. Viele wissen nicht, dass sowohl Wandsteckdosen als auch Mehrfachsteckdosen eine maximale Leistung besitzen, die nicht überschritten werden darf. Überlastete Mehrfachsteckdosen überhitzen schnell und sind damit ein Brandrisiko. Wie schnell das geht, zeigt ein Video des Instituts für Schadenverhütung!

Brandschutz-Tipps für elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen

  • Überprüfen Sie regelmäßig Elektrogeräte wie Bügeleisen, Heizstrahler, Toaster, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Mixer, Mikrowelle, Kühlschränke, E-Herde, Steh- und Tischlampen und elektronische Einbauten auf Abnutzungserscheinungen, brüchige oder beschädigte Anschlussleitungen und mögliche Defekte.
  • Ersetzen Sie veraltete und defekte elektronische Geräte schnellstmöglich durch neue, zeitgemäße Haushaltsgeräte, die über zusätzliche Sicherheitsmechanismen verfügen – wie eine Abschaltautomatik oder ein Überhitzungsschutz. Das verhindert gerade bei Bügeleisen oder Wasserkochern, das durch Unachtsamkeit ein Brand entsteht.
  • Tauschen Sie defekte und geflickte Kabel unbedingt aus! Ist das nicht möglich, tauschen Sie das ganze Gerät aus.
  • Ziehen Sie bei kleinen Geräten den Stecker, wenn diese nicht mehr benutzt werden.
  • Achten Sie darauf, dass die maximale Leistung einer Mehrfachsteckdose nicht überschritten wird – die maximale Belastung einer Mehrfachsteckdose entnehmen Sie der Gerätebeschreibung.
  • Schließen Sie große Haushaltsgeräte wie Durchlauferhitzer, Spül- oder Waschmaschinen nur direkt an einer Wandsteckdose an, keinesfalls an einer Mehrfachsteckdose, sonst besteht erhöhte Brandgefahr!
  • Achten Sie beim Kauf von Mehrfachsteckdosen auf die Siegel des VDE oder des TÜV – das schafft Orientierung und Sicherheit

Gefahren in Wohn- und Schlafzimmer

Neben defekten Haushaltsgeräten und überlasteten Wand- und Mehrfachsteckdosen ist häufig auch falsches oder unachtames Verhalten Grund für die Entstehung und schnelle Ausbreitung eines Brandes: So gehören Rauchen im Bett, unbeaufsichtigte Kerzen, offenes Kaminfeuer im Winter und nicht erkaltete Aschereste im (Plastik)Mülleimer mitunter zu den häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände.

  • Lassen Sie Kerzen, Öfen, Öllampen oder offene Kamine nie unbeaufsichtigt.
  • Platzieren Sie einen Funkenfang vor dem Kamin und verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz.
  • Achten Sie darauf, dass leicht entflammbare Stoffe und Materialien  ausreichend Abstand zu Kamin, Ofen, Kerzen oder dem Weihnachtsbaum haben.
  • Ersetzen Sie möglichst echte Kerzen durch moderne LED-Kerzen, vor allem auch am Weihnachtsbaum.
  • Stellen Sie Elektrogeräte, die Hitze erzeugen, nicht auf brennbare Unterlagen ab.
  • Nutzen Sie am besten LED- statt Halogenlampen – diese werden nicht heiß und von ihnen geht keine Feuergefahr aus.
  • Ziehen Sie bei Haushaltsgeräten, die Sie gerade nicht nutzen, den Stecker und nehmen Sie diese vom Strom. Verzichten Sie auf den Stand-by-Modus.
  • Platzieren Sie Mehrfachsteckdosen/Steckdosenleisten möglichst weit weg von Möbeln und Materialien, die leicht entflammbar sind.
  • Tauschen Sie defekte Haushaltsgeräte oder Kabel rechtzeitig aus, bevor diese zu einer Brandgefahr werden.
  • Rauchen Sie am besten nicht im Wohn- und Schlafzimmer und vor allem: rauchen Sie niemals im Bett!

Gefahren im Kinderzimmer

Für kleine Kinder ist Feuer faszinierend. Sie müssen erst für die Gefahren des Feuers sensibilisiert werden und frühzeitig den verantwortungsvollen Umgang damit lernen. Im Kinderzimmer gibt es viele Gegenstände, die mitunter leicht entflammbar sind. Hierzu zählen vor allem Plüschtiere, Matratzen und Wohntextilien.

  • Beginnen Sie frühzeitig mit der Brandschutzerziehung und bringen Sie Ihren Kindern den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeug und Kerzen bei. Die Faszination des Feuers für Kinder ist groß. Es ist besser, sie können richtig und sicher damit umgehen, als heimlich damit zu spielen und die Gefahr nicht einschätzen zu können.
  • Sensibilisieren Sie Kinder für die Gefahren, die von Feuer ausgehen, ohne es zu dämonisieren und damit interessant zu machen.
  • Bewahren Sie dennoch Wunderkerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge etc. immer außer Reichweite von Kindern auf.
  • Prüfen Sie regelmäßig Elektrogeräte im Kinderzimmer.  Achten Sie auch auf brüchige Anschlusskabel und tauschen Sie alte oder defekte Geräte aus.

Brände verhindern: ein Überblick

Rauchmelder können keine Brände verhüten. Sie können sie nur frühzeitig erkennen und melden. Daher gilt: Am besten lassen Sie Brände gar nicht erst entstehen. Beachten Sie daher bitte folgende Hinweise für Ihre Wohnung:

  • Rauchen Sie niemals im Bett.
  • Entsorgen Sie Zigaretten- oder Zigarrenreste sowie Asche niemals in brennbaren Behältnissen.
  • Lassen Sie offenes Feuer, wie z.B. den Kamin oder Kerzen, niemals unbeaufsichtigt.
  • Lassen Sie eingeschaltete Elektrogeräte, wie z.B. Bügeleisen, Kochherd, Backofen und Toaster nie unbeaufsichtigt.
  • Löschen Sie brennendes Fett, wie z.B. in einer Pfanne oder einem Fondue-Gerät, NIE mit Wasser. Ersticken Sie am besten das Fett mit dem passenden Glas- oder Metalldeckel. Verwenden Sie keinesfalls einen Kunststoffdeckel. Wichtig: Nehmen Sie den Deckel nicht zu früh ab, da das Fett noch heiß ist und sich wieder entzünden kann.
  • Lassen Sie Reparaturen an Gas- und Elektrogeräten nur vom Fachbetrieb durchführen.
  • Tauschen Sie defekte Elektrogeräte schnellstmöglich aus.

Rauchmelder retten Leben

In Deutschland herrscht flächendeckend eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume (mit Ausnahme für Sachsen: hier gilt die Rauchmelderpflicht aktuell, Stand 2021, nur für Neubauten). In allen anderen Bundesländern gilt: In allen Fluren in der Wohnung, die als Fluchtweg dienen, und überall dort, wo Menschen und vor allem auch Kinder schlafen, müssen Rauchmelder installiert sein. In einigen Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht auch für alle Aufenthaltsräume wie Wohn- und Arbeitszimmer. Wir empfehlen, zusätzlich für die Küche Wärmemelder oder geeignete Rauchmelder mit Stummschaltung zu installieren. Auch Herdwächter, die im Brandfall automatisch den Herd abschalten, können besonders bei älteren Personen hilfreich sein.

Ihr Vermieter hat noch keine Rauchmelder installiert? Weisen Sie ihn dringend darauf hin, dass er verpflichtet ist, Rauchmelder auch in Ihrer Wohnung einbauen zu lassen. Falls Sie selbst Eigentümer oder Vermieter sind, achten Sie auf qualitativ hochwertige Rauchmelder – sogenannte Q-Rauchmelder.

Rauchmelder mit dem Qualitätssiegel “Q” besitzen eine fest eingebaute Lithium-Langzeitbatterie mit einer garantierten Lebenszeit von 10 Jahren, verfügen über eine verbesserte Messtechnik und sind durch ihre Bauweise besonders gegen Fehlalarme geschützt. Q-Rauchmelder werden von Brandschutzexperten und Feuerwehren empfohlen.