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Brandschutz mit Kindern: Tipps für Eltern und richtiges Verhalten im Brandfall

30.07.2026

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Kinder sind von Natur aus neugierig und können die Gefahren von Feuer oft noch nicht richtig einschätzen. Streichhölzer, Kerzen oder heiße Geräte wirken besonders dann spannend, wenn Eltern im hektischen Familienalltag für einen Moment abgelenkt sind. In Deutschland verursachen Kinder und Jugendliche rund 20 Brände pro Tag. Deshalb ist Brandschutz mit Kindern besonders wichtig.

In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Kinder vor Feuer schützen, das Thema altersgerecht erklären und das richtige Verhalten im Brandfall vermitteln. Dabei geht es nicht darum, Kindern Angst zu machen, sondern ihnen Wissen und Sicherheit zu geben.

Brandschutz mit Kindern zu Hause: So reduzieren Eltern Brandgefahren

Im Haushalt gibt es zahlreiche potenzielle Brandquellen. Besonders jüngere Kinder sind neugierig, möchten vieles ausprobieren und können Gefahren noch nicht immer richtig einschätzen. Mit einfachen Maßnahmen können Eltern den Brandschutz mit Kindern zu Hause verbessern und Brandrisiken im Alltag reduzieren. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes sowie von Ihrer individuellen Wohnsituation ab.

Sie selbst können am besten einschätzen, welche Hinweise für Ihre Familie sinnvoll sind.

Offenes Feuer kindersicher nutzen

  1. Bewahren Sie Streichhölzer, Feuerzeuge und andere Zündquellen außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  2. Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt in einem Raum mit offenem Feuer, zum Beispiel mit einer brennenden Kerze oder einem Kamin.
  3. Sichern Sie Kaminöfen mit einem stabilen Schutzgitter.
  4. Verwenden Sie möglichst LED-Kerzen statt echter Kerzen.
  5. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und gehen Sie stets vorsichtig mit Feuer um.

Brandgefahren in Küche und Haushalt reduzieren

  1. Schalten Sie elektrische Geräte nach dem Gebrauch aus und ziehen Sie den Stecker, zum Beispiel bei Bügeleisen oder Toastern.
  2. Verwenden Sie einen geeigneten Herdschutz.
  3. Bringen Sie Kindersicherungen an Herd und Backofen an.
  4. Sichern Sie Steckdosen mit Kindersicherungen. Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI-Schalter, bietet zusätzlichen Schutz.

Bist du ausreichend geschützt?

Quiz: Brandschutz spielerisch lernen

Brandschutz-Quiz mit Effi & Co.!

Kannst du deine Familie vor Feuer schützen?

Brandrauch und Rauchwarnmelder

Im Brandfall ist Rauch häufig gefährlicher als das Feuer selbst. Bereits wenige Atemzüge können zu einer Rauchvergiftung, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Deshalb sollten mindestens in allen gesetzlich vorgeschriebenen Räumen Rauchwarnmelder installiert sein. Achten Sie dabei auf die folgenden Punkte:

  1. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Rauchwarnmelder funktionieren.
  2. Installieren Sie vernetzte Rauchwarnmelder, wenn Kinderzimmer und Schlafzimmer der Eltern weit voneinander entfernt sind.
  3. Erklären Sie Ihrem Kind, was das Alarmsignal bedeutet und wie es sich im Brandfall verhalten soll.
    Tipp: Rauchwarnmelder mit dem Qualitätszeichen „Q“ bieten eine zuverlässige Branderkennung, sind besonders widerstandsfähig gegen Fehlalarme und verfügen über eine fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren. So müssen Sie sich lange Zeit keine Gedanken über einen Batteriewechsel machen.

So können Sie Ihren Kindern die Risiken von Brandrauch einfach erklären:

  1. Rauch ist schneller als Feuer: Er kann sich innerhalb weniger Sekunden im ganzen Raum ausbreiten.
  2. Rauch nimmt die Sicht: Schon nach kurzer Zeit ist kaum noch etwas zu erkennen.
  3. Rauch erschwert das Atmen: Er enthält giftige Gase und verdrängt den lebenswichtigen Sauerstoff.

Mehr zum Qualitätszeichen „Q“

Das Qualitätszeichen „Q“

Die Zertifizierung von Rauchmeldern und Dienstleistungen mit dem Qualitätszeichen „Q“ gewährleistet einen hohen und zuverlässigen Qualitätsstandard – vom Produkt über die Installation bis hin zur Inspektion.

Brandschutzerziehung für Kinder: Feuer altersgerecht erklären

Kinder profitieren schon früh von einer altersgerechten Brandschutzerziehung. Sie hilft dabei, Gefahren besser einzuschätzen, Selbstvertrauen zu entwickeln und Ängste zu nehmen, ohne den Respekt vor Feuer zu verlieren.

Brandschutz nach Alter vermitteln

Frühe Kindheit (ca. 3 bis 4 Jahre)
Erste Regeln: Kinder lernen, dass Feuer heiß und gefährlich ist und sie immer ausreichend Abstand halten müssen.
Kontrolliertes und unkontrolliertes Feuer: Erklären Sie den Unterschied zwischen Feuer, das von Erwachsenen beaufsichtigt wird, z.B. einer Kerze oder einem Kamin und einem gefährlichen, unkontrollierten Brand.
Erklären statt nur verbieten: Reine Verbote können die Neugier zusätzlich wecken. Kindgerechte Erklärungen helfen dabei, Gefahren besser zu verstehen.

Vorschulalter (ca. 5 bis 6 Jahre)
Notruf kennenlernen: Üben Sie gemeinsam die Notrufnummer 112 sowie wichtige Angaben wie Name, Adresse und den Grund des Anrufs.
Gefahren verstehen: Erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht, wie schnell sich Feuer ausbreiten kann und warum Streichhölzer und Feuerzeuge ausschließlich in die Hände von Erwachsenen gehören.
Verhalten im Notfall: Kinder sollten wissen, dass sie bei Rauch oder Feuer sofort einen Erwachsenen alarmieren, das Gebäude verlassen und sich niemals verstecken dürfen.

Grundschulalter (ca. 8 bis 10 Jahre)
Wissen vertiefen: Feuerwehren und Schulen bieten teilweise altersgerechte Programme zur Brandschutzerziehung an.
Eigenverantwortung stärken: Ältere Kinder können lernen, wie Brände entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Dazu gehört beispielsweise die wichtige Regel, brennendes Fett niemals mit Wasser zu löschen.
Fluchtwege üben: Besprechen Sie gemeinsam, wie die Wohnung schnell und sicher verlassen werden kann und wo sich die Familie draußen trifft.

Backblech-Aktivität: Den sicheren Umgang mit Feuer üben

Diese Übung eignet sich für Kinder, die einfache Sicherheitsregeln bereits verstehen. Sie darf nur unter ständiger Aufsicht eines Erwachsenen durchgeführt werden.

1. Einen sicheren Platz wählen
Stellen Sie ein leeres Backblech auf eine stabile, hitzebeständige und nicht brennbare Unterlage. Entfernen Sie Papier, Stoffe und andere brennbare Gegenstände aus der Umgebung.

2. Löschmittel bereithalten
Stellen Sie ein Glas Wasser bereit, in dem das benutzte Streichholz vollständig gelöscht werden kann.

3. Sicherheitsregeln besprechen
Erklären Sie Ihrem Kind, dass Feuer nur gemeinsam mit einem Erwachsenen entzündet werden darf. Lange Haare sollten zusammengebunden und weite Ärmel hochgekrempelt werden.

4. Das Anzünden vormachen
Zeigen Sie langsam, wie ein Streichholz sicher angezündet und vom Körper weg über das Backblech gehalten wird.

5. Das Kind ausprobieren lassen
Wenn Sie Ihrem Kind die Übung zutrauen, darf es unter Ihrer direkten Anleitung selbst ein Streichholz anzünden. Bleiben Sie dabei jederzeit unmittelbar daneben.

6. Das Streichholz sicher löschen
Das brennende Streichholz wird in das Wasserglas gegeben. Prüfen Sie gemeinsam, ob es vollständig erloschen und abgekühlt ist.

7. Die wichtigsten Erkenntnisse besprechen
Fragen Sie Ihr Kind, was es beobachtet hat und welche Regeln besonders wichtig sind. Betonen Sie noch einmal, dass Streichhölzer und Feuerzeuge niemals ohne einen Erwachsenen benutzt werden dürfen.

Richtiges Verhalten im Brandfall mit Kindern

Damit Ihr Kind im Brandfall sicher reagieren kann, sollten Sie ihm altersgerecht erklären und zeigen, was zu tun ist. Üben Sie gemeinsam die Fluchtwege und vereinbaren Sie einen festen Treffpunkt außerhalb des Gebäudes. So kann Ihr Kind die wichtigsten Abläufe verinnerlichen und im Notfall ruhiger handeln.

Die drei wichtigsten Schritte sind:
Das Haus sofort verlassen: Nichts mitnehmen und nicht verstecken.
Die Treppe benutzen: Nicht den Fahrstuhl nehmen.
Hilfe rufen: Die 112 wählen oder einen Erwachsenen rufen.

© eobiont GmbH

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Tipp: Bringen Sie einen Kinderfinder-Aufkleber im unteren Bereich der Kinderzimmertür an, damit die Feuerwehr das Zimmer bei starker Rauchentwicklung schneller findet.

Notruf 112: Die wichtigsten W-Fragen

  1. Wo ist es passiert? Ort, Straße, Hausnummer oder eine genaue Beschreibung der Umgebung.
  2. Was ist passiert? Brennt es? Gab es einen Unfall? Ist jemand ohnmächtig?
  3. Wie viele Menschen brauchen Hilfe? Ist jemand verletzt oder in Gefahr?
  4. Warten auf Rückfragen! Am Telefon bleiben und genau zuhören, was die Person in der Leitstelle sagt.

Notruf 112: Das sollten Kinder wissen

  1. Die richtige Nummer: Die Nummer lautet 112. Eine einfache Eselsbrücke für Kinder ist: Ich habe einen Mund, eine Nase und zwei Augen – 1, 1, 2.
  2. Keine Angst vor Fehlern: Die Menschen in der Leitstelle sind nett, schimpfen nicht und helfen gezielt weiter.
  3. Der wichtigste Grundsatz: Niemals zuerst auflegen! Die Leitstelle beendet das Gespräch, wenn sie alle notwendigen Informationen erhalten hat.

Tipp: Vermitteln Sie besonders jüngeren Kindern nur die wichtigsten Informationen, da zu viele Details schnell für Verwirrung sorgen können. So fällt es Ihrem Kind leichter, sich im Brandfall an die entscheidenden Schritte zu erinnern

Online-Broschüren zum Download

eBook_WasTunWennEsBrennt

Online-Broschüre „Was tun, wenn es brennt?“

Wenn es im eigenen Zuhause brennt und der Rauchmelder alarmiert, bleiben noch 120 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Das richtige Verhalten ist daher lebenswichtig. Laden Sie unsere kostenlose Broschüre herunter und Sie erhalten wertvolle Tipps, worauf Sie im Brandfall unbedingt achten müssen!

Weitere Materialien zum Brandschutz mit Kindern

Kinder können bereits früh lernen, Brandgefahren zu erkennen und sich im Notfall richtig zu verhalten. Entscheidend ist, die Inhalte altersgerecht, verständlich und ohne unnötige Angst zu vermitteln. Weitere Informationen und Materialien zur Brandschutzerziehung und zum sicheren Verhalten im Brandfall finden Sie in den folgenden Links.

 

Was Kinder tun können wenn’s brennt – Rauchmelder retten Leben

Materialien zur Brandschutzerziehung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes

Material der Deutschen Jugendfeuerwehr

Informationen zur Vorbeugung von Verbrennungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Arbeitsheft zur Brandschutzerziehung der Stadt Bochum Feuerwehr

Material für Brandschutzerziehung der Feuerwehr Hessen

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