01.10.2025
Am 1. Oktober, dem Internationalen Tag der älteren Menschen, rückt ein Thema besonders in den Fokus: Sicherheit im eigenen Zuhause. Einerseits möchten Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich unabhängig in ihrem eigenen Zuhause leben, andererseits gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen, wenn es um Brände geht. Laut Statistischem Bundesamt sind 61 Prozent der Brandtoten in Deutschland über 60 Jahre alt. Gründe dafür sind oftmals eine eingeschränkte Beweglichkeit, nachlassendes Seh- und Geruchsvermögen und eine verzögerte Reaktionsfähigkeit. Ein weiterer kritischer Faktor sind veraltete Elektrogeräte und -Leitungen sowie die unachtsame Nutzung von Kerzen in der Winterzeit.
Rauchmelder sind die wichtigsten Lebensretter im Brandfall. Sie warnen rechtzeitig mit einem lauten Signalton, sodass auch Menschen, die schlafen oder sich in einem anderen Raum aufhalten, aufwachen und sich in Sicherheit bringen können. Gerade für ältere Menschen sind Rauchmelder unverzichtbar, da sie im Ernstfall wertvolle Minuten zur Flucht aus der Brandwohnung schenken.
Dabei gilt: In allen Bundesländern sind Rauchmelder gesetzlich verpflichtend – sowohl in Schlafzimmern als auch in Fluren, die als Rettungswege dienen. Wer möchte, kann zusätzlich in Aufenthaltsräumen wie dem Wohnzimmer nachrüsten (wie in Berlin und Brandenburg sogar vorgeschrieben), um noch früher gewarnt zu werden und dadurch besser geschützt zu sein.
Fast die Hälfte aller Wohnungsbrände entsteht in der Küche – meist durch unbeaufsichtigtes oder vergessenes Essen auf der Kochplatte oder im Backofen. Das macht die Küche zum gefährlichsten Raum im Haus. Ältere Menschen sind hier besonders gefährdet. Dabei spielt die Vergesslichkeit eine große Rolle: Während das Essen auf dem Herd kocht oder im Backofen schmort, sorgt ein Anruf oder das Klingeln an der Tür für längere Ablenkung – mit oftmals fatalen Folgen.
Rauchmelder sind in der Küche nicht vorgeschrieben, aus gutem Grund: Koch- und Bratendämpfe würden regelmäßig Fehlalarme auslösen. Eine Möglichkeit wären Rauchmelder mit Stummschaltung für die Küche, die auf der vom Herd abgewandten Seite in erreichbarer Höhe an der Wand angebracht werden.
Eine wichtige Ergänzung zum Rauchmelder sind insbesondere für Senioren sogenannte Herdwächter. Ein Sensor unter der Abzugshaube erkennt Gefahrensituationen wie Überhitzung oder angebranntes Essen und eine Steuerungseinheit unterbricht im Notfall automatisch die Stromzufuhr zum Herd. So wird ein Brand verhindert, bevor er entstehen kann. Gerade für Seniorinnen und Senioren, die selbstbestimmt leben möchten, bieten Herdwächter nach der europäischen Norm EN 50615 mehr Sicherheit und entlasten gleichzeitig Angehörige.
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Ob ausreichend Rauchmelder in allen Räumen außer Küche und Bad oder Herdwächter in der Küche– technische Hilfsmittel können entscheidend dazu beitragen, dass ältere Menschen länger eigenständig und sicher in den eigenen vier Wänden wohnen können. Am Tag der älteren Menschen sollte deshalb nicht nur über die Herausforderungen des Alters gesprochen werden, sondern auch über die Chancen moderner Brandschutztechnik.
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