Rauchmelder-Instandhaltung trotz Corona-Pandemie?!

Rauchmelder retten Leben / Mai 25, 2020

Was passiert während der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen mit der Überprüfung und dem Austausch von bereits installierten Rauchmeldern? Das fragen sich aktuell viele Mieter, Eigentümer bzw. Vermieter und Verwalter. Muss ich als Bewohner einem Dienstleister den Zugang zu meiner Wohnung gewähren? Unter welchen Umständen kann ich als Vermieter oder Hausverwalter den Zutritt von Fachkräften in die vermieteten oder verwalteten Wohnungen zulassen oder verweigern?

Auch die Fachfirmen, die mit der Instandhaltung der Rauchmelder beauftragt sind, stehen vor der Entscheidung, ihre Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig gemäß ihrem Auftrag die Rauchmelder betriebsbereit zu halten.

Was ist vorgeschrieben?

Laut Landesbauordnungen muss die Betriebsbereitschaft eines Melders jederzeit sichergestellt sein. Daher sind Rauchmelder regelmäßig zu überprüfen und bei einem ggf. festgestellten Defekt auszutauschen. Zudem müssen die Geräte nach Ablauf der in der Betriebsanleitung festgelegten Betriebsdauer ausgetauscht werden. Dabei gelten die Angaben des Rauchmelder-Herstellers in der Betriebsanleitung. Wenn es keine Herstellerangaben gibt, kann man alternativ auf die Anwendungsnorm DIN 14676-1 zurückgreifen, die eine jährliche Überprüfung und eine Gerätebetriebsdauer von 10 Jahren empfiehlt.

Es gibt keinen Stichtag, aber einzuhaltende Karenzzeiten

Anders als beim TÜV für das Auto schreibt jedoch keine gesetzliche Bestimmung einen Stichtag vor, bis zu dem die Rauchmelder überprüft oder ausgetauscht werden müssen. Es besteht immer eine gewisse Zeitspanne. Dienstleister und Fachkräfte könnten daher die Überprüfung vor Ort und auch den Austausch (nur bei noch funktionstüchtigen Rauchmeldern!) zunächst aufschieben. Der Aufschub darf jedoch bei der Überprüfung der Melder die in der Norm vorgegebene Frist von 12 Monaten plus 3 Monaten Karenzzeit nicht überschreiten. Der erforderliche Austausch von Geräten, bei denen aktuell die Betriebsdauer endet, muss nach Herstellerangaben erfolgen. Hier gelten laut Norm jedoch spätestens 10 Jahre plus 6 Monate Karenzzeit nach der Installation.

Kann die Karenzzeit auch nicht eingehalten werden, sollte die Ursache dafür von allen Beteiligten zwecks späterer potenzieller Haftungsfragen bei einem Brandfall genau dokumentiert werden: Verweigert der Mieter bzw. Eigentümer den Zugang? Ist der Grund z.B. eine Corona-Erkrankung oder weil die Bewohner zu einer Risikogruppe zählen?

Wenn Rauchwarnmelder ausfallen oder Störungen melden

Wenn ein Mieter, Eigentümer oder eine Hausverwaltung den Ausfall eines Rauchmelders oder eine Störung meldet oder dies per Ferninspektion festgestellt wird, sind Vor-Ort-Arbeiten unumgänglich, um bei einem potenziellen Brand die Bewohner ausreichend zu schützen. Wird dies z.B. aus den oben genannten Gründen verweigert, muss dies unbedingt rechtssicher dokumentiert werden.

Wichtig: Behördlichen Anweisungen folgen

Bei allen Arbeiten müssen die behördlichen Vorgaben streng eingehalten werden, besonders die Regeln zur Hygiene und zur Einhaltung des Mindestabstands. Fachfirmen sollten unbedingt die in den Bundesländern aktuellen Vorgaben und die weitere Entwicklung verfolgen, um neu getroffene Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen.