Rauchmelder DIN EN 14604 | DIN-Norm für Rauchmelder | Details

DIN 14676

RAUCHMELDER DIN 14676

Rauchmelder DIN 14676: die Anwendungsnorm und Neuerungen seit Oktober 2018

Die DIN 14676 enthält sehr viele technische Regeln, die „allgemein anerkannt“ und deshalb zu befolgen sind, wenn nichts Abweichendes vertraglich vereinbart wird, allerdings ist sie im Gegensatz zur DIN EN 14604 nicht unmittelbar verbindlich.

Die zuletzt 2012 überarbeitete Anwendungsnorm DIN 14676 für Rauchwarnmelder in “Wohnhäusern, Wohnungen und Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung” wurde im Oktober 2018 mit vielen Veränderungen und Ergänzungen neu veröffentlicht, gültig ist diese aber erst seit Dezember 2018. Neuerungen betreffen vor allem die Empfehlungen für die Ferninspektion von Rauchwarnmeldern und die Anforderungen an die Kompetenz von Dienstleistern. Aber auch technische Lösungen, die den Anforderungen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen gerecht werden, werden erstmals berücksichtigt.
Die DIN 14676 mit Ausgabedatum 2018-12 erscheint aktuell in zwei Teilen:

  • Teil 1 (DIN 14676-1) für „Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung“ von Rauchwarnmeldern. Hier werden drei Bauweisen für Rauchwarnmeldern beschrieben, unter anderem zum ersten Mal die teilweise oder vollständige Ferninspektion von Rauchwarnmeldern.
  • Teil 2 (DIN 14676-2) für „Anforderungen an den Dienstleistungserbringer“. Darin sind die Anforderungen für den Nachweis der Kompetenz von Fachkräften festgelegt, welche Rauchwarnmelder projektieren, einbauen und instandhalten.

In der Vergangenheit kam es zu einigen Diskussionen bei Nutzern und Anbietern, ob eine Ferninspektion von Rauchwarnmeldern normgerecht ist oder nicht. Mit der aktualisierten Fassung der Norm ist diese Unsicherheit beendet. Durch eine Inspektion geeigneter Rauchwarnmelder aus der Ferne (siehe Teil 1) kann die Überprüfung von Rauchwarnmeldern jetzt auch offiziell optimiert werden.
Durch die in Teil 2 der Norm festgelegten Kompetenzanforderungen an Fachkräfte besitzen diese jetzt auch normativen Status. Die Bedeutung der Fachausbildung zur Q-Geprüften Fachkraft durch das Forum Brandrauchprävention wird damit deutlich gestärkt. Das Forum bietet bereits seit 2013 ein Prüfungs- und Zertifizierungsschema für den Erwerb der Trainer-Lizenz zur Ausbildung der „Geprüften Fachkraft für Rauchwarnmelder“. Entsprechende Schulungen werden über die Partner BHE und ZVEI angeboten.

Ferninspektion von Rauchwarnmeldern nach DIN 14676-1

Die DIN 14676-1 beschreibt drei mögliche Verfahren zur Inspektion und Wartung von Rauchwarnmeldern:
Bauweise A: Wie zuvor ist spätestens alle zwölf Monate (plus 3 Monate Karenzzeit) eine jährliche Vor-Ort-Inspektion vorzunehmen, bei der die Rauchwarnmelder geprüft, instandgesetzt und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Dazu gehört die Kontrolle

  • der Energieversorgung
  • der Rauchsensorik auf Funktion
  • auf Demontage
  • ob eine funktionsrelevante Beschädigung vorliegt

sowie die Überwachung der vorgesehenen Betriebsdauer.

Ebenfalls ist einmal jährlich empfohlen, aber spätestens alle 30 Monate vorgeschrieben, die Funktion des Warnsignals sowie die Raucheindringsöffnungen des Melders auf Verschmutzung oder unzulässige Abdeckung zu kontrollieren. Die Umfeldüberwachung, bei der der Melder rundum mindesten 50 cm frei von Hindernissen hängen soll, ist alle 36 Monate erforderlich.
Die verwendeten Rauchwarnmelder (Einzelmelder) benötigen bei Bausweise A nicht mehr zusätzlichen Funktionen als bisher.

Bauweise B: Bereits weit verbreitet ist die Teil-Ferninspektion. Diese beinhaltet bereits eine automatische Auslesung der Daten bezgüglich der Kontrolle der Energieversorgung und der Rauchsensorik sowie der Überwachung der Betriebsdauer.

Eine Vor-Ort-Inspektion oder automatische Prüfung

Geprüft wird dann

Rauchmelder DIN 14676

Funktion Warnsignal

Rauchmelder DIN 14676 1

Mögliche Beschädigungen

Rauchmelder DIN 14676 2

Rauchmelder Neu-Installation

und der Raucheintrittsöffnungen ist aber weiterhin alle 12 Monate empfohlen, mindestens alle 30 Monate nötig. Die Umfeldüberwachung, siehe Bauweise A, ist auch hier spätestens alle 3 Jahre erforderlich.
Bauweise C: Die komplette Ferninspektion bedarf keiner Vor-Ort-Inspektion mehr. Auch die Überprüfung der Raucheintrittsöffnungen und des Warnsignals sowie die Umfeldüberwachung muss dabei aus der Ferne erfolgen. Auch hier sind die Prüfintervalle ferstgelegt:
Selbstständige und wiederkehrende Prüfung alle 12 Monate von
– der Energieversorgung
– der Rauchsensorik auf Funktion
– der Betriebsdauer
– auf Demontage
– ob eine funktionsrelevante Beschädigung vorliegt

Alle 12 Monate, jedoch spätestens alle 30 Monate, sind automatisch zu prüfen

  • das Warnsignal
  • die Raucheindringsöffnungen des Melders auf Verschmutzung oder unzulässige Abdeckung

Die Umfeldüberwachung ist wie in Bauweise A und B auch hier spätestens alle 3 Jahre erforderlich.

Neue Technische Anforderungen nach EN 14604?

Die neuen Verfahren B und C der DIN 14676-1 bringen technische Mindestanforderungen an die Melder mit sich. Diese werden aktuell in einer DIN SPEC „Anforderungen an eine technische Einrichtung zur Ferninspektion in Bezug auf den Nachweis der Betriebsbereitschaft eines Rauchwarnmelders nach DIN EN 14604“ erarbeitet, mit dem Ziel, die Produktnorm EN 14604 entsprechend anzupassen.
Andere empfehlenswerte Warnmelder
Neu haben nun auch Kohlenmonoxid- und Wärmemelder Eingang in die DIN 14676 gefunden. Diese dürfen die vorgeschriebenen Rauchwarnmelder jedoch auch weiterhin nur ergänzen, nicht ersetzen. Es wird jedoch empfohlen, Räume mit Feuerstätten zusätzlich mit Kohlenmonoxidmeldern (kurz: CO-Melder) auszustatten. Mehr Infos zu Kohlenmonoxidmeldern unter www.co-macht-ko.de
Besondere technische Maßnahmen sind laut Norm zu treffen, wenn die Bewohner nur über eine eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit verfügten, z.B. Hörgeschädigte oder Gehörlose.

Rauchmelder für Küchen in Durchgangszimmern oder in Wohnküchen

Fall 1: Rauchmelder sind zwingend in Fluren, die als Rettungswege dienen, vorgeschrieben. Wenn sich jedoch eine Küche im Durchgangsflur befindet, was dann? Auch hier gilt die Rauchmelderpflicht für den Flur als Rettungsweg.
Fall 2: Wenn in Aufenthaltsräumen Rauchmelder installiert werden müssen, wie derzeit in Berlin und Brandenburg, oder bei gewünschter Vollausstattung, muss dann auch eine offene Küche im Wohnzimmer mit einem Rauchmelder ausgestattet werden? Ja, auch hier gilt dann die Rauchmelderpflicht.
Auch in einer offenen Küche können jedoch Kochdämpfe regelmäßig Täuschungsalarme auslösen. Was tun? In diesen Sonderfällen ist nun eine Wandmontage erlaubt, um den Rauchmelder bei Bedarf ausschalten zu können. Das geht am einfachsten bei Rauchmeldern mit manueller Stummschaltung. Bei einem Täuschungsalarm in der offenen Küche können die Rauchmelder so für kurze Zeit stummgeschaltet werden. Einige Zeit später aktiviert sich der Rauchmelder automatisch von allein.
Wichtig: Wärmemelder sind kein Ersatz für vorgeschriebene Rauchmelder in diesen Sonderfällen.

Klassische Inhalte der Anwendungsnorm DIN 14676

Wichtiger Hinweis
Unter „Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung” versteht die Norm „Räume bzw. Raumgruppen in wohnungsähnlicher Struktur”. Dazu gehören z.B. Hotels und Pensionen o.ä. mit weniger als 12 Gastbetten, Containerräume, Freizeitunterkünfte u.ä., sofern für diese bauaufsichtlich keine anderen Anforderungen an die brandschutztechnische Ausrüstung gestellt werden.

Rauchmelder Planung und Einbau
Nur der Einsatz von Rauchmeldern nach DIN EN 14604 ist zulässig. 230-V-Rauchmelder müssen über eine Notstromversorgung verfügen, z.B. eine Batterie oder einen Akkumulator. Rauchmelder mit Rückstellmöglichkeit eines ausgelösten Alarms sollten bevorzugt werden. Beim Einbau ist ein Rauchmelder pro Raum ausreichend, wenn dieser Raum nicht größer als 60 Quadratmeter ist; bei größeren Räumen sind weitere Rauchmelder erforderlich.
Bei der Mindestausstattung gemäß der DIN 14676 sind Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in den Fluren (Rettungswegen) zu installieren. (Laut den Landesbauordnungen in Berlin und Brandenburg sind dort bereits alle Aufenthaltsräume auszustatten, also auch Wohn- und Arbeistzimmer). Bei der optimalen Ausstattung laut Norm sind alle Wohn- und Hobbyräume, Heizungs- und Werkräume sowie der Keller und der Dachboden mit je einem Rauchmelder zu versehen. In Treppenhäusern oder Räumen mit Galerie ist in der obersten Etage mindestens ein Rauchmelder zu installieren. Besser wäre jedoch ein Rauchmelder auf jeder Ebene. In der Küche sind Rauchmelder nur zu installieren, wenn Falschalarme, bspw. durch Wasserdämpfe, auszuschließen sind. Aus diesem Grund sind auch Badezimmer von der Ausstattung mit Rauchmeldern ausgenommen. Generell ist empfehlenswert, alle Räume außer Küche und Bad mit Rauchmeldern auszustatten und einen Rauchmelder auf jeder Ebene zu installieren.

Installation
Rauchmelder sind immer an der Decke in der Raummitte anzubringen, mindestens jedoch 50 cm von der Wand bzw. von Einrichtungsgegenständen entfernt zu installieren. Für besondere Fälle wie L-förmige oder unterteilte Räume als auch Räume mit Unterzügen gibt die Norm detaillierte Empfehlungen für Abstandsverhältnisse und Melderanordnungen. Auch für die Anbringung von Rauchmeldern in Fluren und Gängen und in zuggefährdeter Umgebung gibt die DIN 14676 Empfehlungen.

Wichtiger Hinweis zur Sicherheit
Wenn eine Warnung außer in dem brandbeaufschlagten Raum bzw. dem Raum, in dem der Melder jeweils installiert ist, zusätzlich an einem anderen Ort als dem alarmgebenden Rauchmelder erfolgen soll – z.B. wenn der auslösende Alarm im Kinderzimmer stattfindet und zusätzlich im Elternschlafzimmer alarmieren soll – müssen vernetzungsfähige Rauchmelder eingesetzt und gezielt miteinander vernetzt werden. Für die Alarmierung an zentraler Stelle zusätzlich zum Rauchmelder wird eine Kleinmelderzentrale empfohlen.

Vermeidung von Falschalarmen
Falschalarme („Täuschungsalarme“) können bspw. durch Schweiß-, Säge- oder Lötarbeiten ausgelöst werden. Außerdem können generell Staub bei Baumaßnahmen, Wasserdampf und Kochdämpfe, extreme elektromagnetische Einwirkungen als auch Temperaturschwankungen mit Kondensationsbildung zu Falschalarmen führen. Daher empfiehlt die Norm bei Renovierungen etc. eine Abdeckung der Rauchwarnmelder.

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