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Recht & Wissen

Vom Nachtwächter zum Rauchmelder

Rauchmelder retten Leben / Juli 24, 2017

Die Entdeckung des Feuers war für den Menschen von elementarer Bedeutung. Nach und nach lernte der Mensch das Feuer für sich zu nutzen und die Flammen zu bändigen. Doch so sehr das Feuer dem Menschen half seine Umwelt zu gestalten, umso zerstörerischer konnte es wüten. 

Schon die alten Ägypter organisierten deshalb die ersten Feuerlöscheinheiten. Die Römer gründeten im Jahr. 21 v. Chr. eine erste “Feuerwehr” – mit einer Besatzung aus Sklaven. Und im MIttelalter verpflichteten sich Innungen und Zünfte dazu, bei einem größeren Schadenfeuer einzugreifen und zu helfen. 

Lange Zeit waren “Nachtwächter” und “Türmer” für die frühzeitige Entdeckung und Meldung von Bränden zuständig. Dass Menschen gezielt “Feuerwachen” organisierten und Städte “Feuerlöschordnungen” erließen, ist erst aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Einer der ältesten dürfte die Feuerordnung der Stadt Göttingen aus dem Jahr 1334 sein.

Erste Feuermeldeanlage der Welt in Berlin 
Mit zahlreichen Verordnungen versuchte man im mittelalterlichen Berlin des 15. Jahrhunderts, Brände vorzubeugen und das Feuerlöschwesen zu organisieren. Einige hundert Jahre später, im Juni 1851, wird in Berlin der Bau der ersten elektrischen Feuermeldeanlage der Welt mit unterirdischen Kabelverbindungen und zunächst 37 Feuermeldern beschlossen. Im Gegensatz zu einem heutigen Rauchmelder musste bei der Berliner Feuermeldeanlage ein Mensch als “Branddetektor” dienen und den Brand zuerst entdecken, bevor eine Meldung oder Maßnahmen erfolgen konnten. 

Der optelektronische Rauchmelder_Rauchmelder retten Leben

Vögel als “Rauchmelder” 
Ein erster, ziemlich ausgeklügelter, Apparat zur “automatischen” Branddetektion stammt aus dem Jahr 1894. Als “Rauchmelder” dienten zwei Vögel. Bei einem Brand erlitten die Vögel eine Rauchvergiftung und fielen von der Stange – das löste einen Alarm aus. Einen Fehlalarm beugte man dadurch vor, dass immer zwei Vögel im Käfig gehalten werden mussten. Erst wenn beide Vögel von der Stange fielen, wurde der Stromkreis geschlossen und der Alarm ausgelöst. Das Prinzip der “Zwei-Melder- oder Zwei-Gruppen-Abhängigkeit”  ist auch heute noch bekannt. Der Technik sei Dank müssen heutzutage dafür aber keine Tiere mehr eingesetzt werden. 

Hitzemelder, Ionisationsmelder & Co. 
Der britische Elektroingenieur George Andrew Darby aus Birmingham ließ sich 1902 einen Hitzemelder patentieren. Wie der Name schon verrät, wurde hierbei nicht Brandrauch, sondern die bei einem Brand entstehende Hitze als Auslöser für den Alarm genutzt. Wenn die Temperatur über einen kritischen Wert stieg, schmolz ein zwischen zwei Leiterplatten eingesetztes Stück Butter und ein elektrischer Stromkreis schloss sich – ein Warnsignal ertönte. 

Den ersten kommerziell brauchbaren Melder patentierten die Schweizer E. Meili und W. Jaeger aus Bern im Jahr 1947. Der sogenannte “Ionisationsmelder” arbeitete mit einer Messkammer, die ein schwach radioaktives Präparat enthält. Nur ein paar Jahre später kam der erste automatisierte Temperaturmelder auf den Markt. 

Das wachsende Umweltbewußtsein in Europa führte dazu, dass sich Streulicht-Rauchmelder, die 1964 auf dem Markt kamen, immer mehr gegen die Ionisationsmelder durchsetzen konnten. Heute werden Ionisationsmelder aufgrund ihrer Radioaktivität nur noch in Sonderfällen eingesetzt, da u.a. die Auflagen zur fachgerechten Entsorgung und Verarbeitung von radioaktiven Quellen sehr hoch sind. 

1969 stellten Randolph Smith und Kenneth House in den Vereinigten Staaten den ersten batteriebetriebenen Rauchmelder vor. Als Mitte der 70er Jahre mehr und mehr Geräte mit Batteriebetrieb auf den Markt kamen, wurden Rauchmelder für jede Wohnung und jedes Haus anwendbar. 

Smarte Rauchmelder in der Zukunft 
Heute sind Rauchmelder kleine Lebensretter mit Batterielaufzeiten von bis zu zehn Jahren. In Zukunft könnten Melder “smarter” werden und auch noch zusätzliche Aufgaben wahrnehmen: Eine vom Bund in Auftrag gegebene Studie zur Zivilschutzforschung sollte “Technologische Möglichkeiten einer möglichst frühzeitigen Warnung der Bevölkerung” untersuchen. Eine Idee daraus ist, modifizierte Rauchmelder für die flächendeckende Warnung der Bevölkerung zu nutzen – neben den klassischen Sirenen, die nur noch vereinzelt vorkommen. Der Brandschutz hat eine lange Geschichte hinter sich – und eine spannende Zukunft steht ihm bevor. 

Autor:  Guido Deges, Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG (gekürzte Fassung)
Quellen: National Fire Protection Association (NFPA), ESA, DFV Deutscher Feuerwehr Verband, Deutsche Zentrale für biologische Informationen, Wikipedia, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, The Fire Marshal’s Public Fire Safty Council, Hekatron, Feuerwehr-Flugdienstes Niedersachsen, Feuerwehr-Forum

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