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Rauchmelderpflicht Hessen
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Rauchmelderpflicht in Hessen: Neue Landesbauordnung erhöht die Sicherheit

Rauchmelder retten Leben / Juli 2, 2018

Das Bundesland Hessen ändert mit Wirkung zum 6. Juli 2018 seine Landesbauordnung. Zum Schutz von schlafenden Personen muss nun auch außerhalb von Wohnungen in Räumen, in denen Personen „bestimmungsgemäß“ schlafen, jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder installiert werden. Die neue Verordnung gilt unter anderem für Kindertagesstätten, Pensionen und kleinere Hotels, aber auch für alle Betriebe, die in ihren Gebäuden für Mitarbeiter und Zeitkräfte Räume zum Schlafen bereitstellen, z.B. für Erntehelfer. Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Regelungen verstößt, handelt ordnungswidrig, was nach der Bauordnung mit bis zu 500.000 EUR geahndet werden kann.

Die Änderung der hessischen Landesbauordnung gilt sowohl für Neu- als auch für Umbauten mit Inkrafttreten der Novelle zum 6. Juli 2018. Für Bestandsbauten ist dagegen eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2020 vorgesehen.

Besonders gefährdet: Kinder und Hotelgäste

Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren sind noch nicht in der Lage, Gefahren zu erkennen und einzuschätzen. Neben dem vorbeugenden Brandschutz, der Ausbildung der Mitarbeiter für geeignete Notfallmaßnahmen und regelmäßige Räumungsübungen ist im Brandfall daher eine schnellstmögliche Alarmierung lebenswichtig, um die Kinder rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können. 

Auch in deutschen Hotels kommt es regelmäßig zu Bränden, meistens durch Unachtsamkeit von Gästen und Hotelpersonal, technische Defekte oder unvorhergesehene Unfälle. Obwohl Hotelzimmer für gewöhnlich mit brandhemmenden Materialien an Wänden und Böden ausgestattet sind, kann sich Feuer schnell ausbreiten und das Hotelzimmer in nur wenigen Minuten zur tödlichen Falle werden.

Ein großes Plus an Sicherheit 

Der Gesetzgeber schließt mit der Erweiterung der Ausstattungspflicht eine Schutzlücke, weil nach der bisherigen Regelung in Hessen zum Beispiel Schlafräume in Kindertagesstätten, Gästezimmer in kleineren Hotels und Pensionen oder Schlafzimmer in Unterkünften für Flüchtlinge, die keine Sonderbauten sind, nicht mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden mussten. Für Wohnungen gilt die Rauchmelderpflicht in Hessen übrigens unverändert weiter. 

Rauchmelder installieren, wenn eine Brandmeldeanlage vorhanden ist? 

Nach dem Wortlaut der neuen hessischen Bauordnung besteht die Pflicht selbst in Gebäuden, für die bereits eine Brandmeldeanlage auch in den Schlafräumen vorgeschrieben ist. Auch in diesen Gebäuden sind demnach Rauchwarnmelder in allen Zimmern einzubauen, in denen Personen „bestimmungsgemäß“ schlafen. In solchen Fällen rät die Initiative Brandrauchprävention, den Rat und die Hilfe eines Architekten und im Zweifelsfall auch die eines Rechtsanwaltes einzuholen, um bei der zuständigen Bauaufsicht eine Befreiung von der Ausstattungspflicht der Schlafräume mit zusätzlichen Rauchwarnmeldern zu erreichen. 

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