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Rauchmelder & Co.: So beugen Sie Wohnungsbränden vor

Rauchmelder retten Leben / Juli 1, 2017

Die Gefahr lauert im Haushalt: Noch immer kommen Jahr für Jahr in Deutschland bei Wohnungsbränden rund 350 Menschen ums Leben, etwa zehnmal so viel Menschen werden bei Bränden so schwer verletzt, dass sie Langzeitschäden davontragen. Die Mehrheit der Brandopfer stirbt dabei an einer Vergiftung durch Brandrauch – nicht durch Verbrennungen.

Zwar hat sich die Zahl der Toten durch Wohnungsbrände in den letzten 15 Jahren dank Initiativen wie “Rauchmelder retten Leben” nahezu halbiert, aber der beste Schutz gegen das Feuer ist, einen Brand erst gar nicht entstehen zu lassen. Machen Sie daher den Wohnungs-Check und erfahren Sie, wie Sie potentielle Gefahrenquellen schnell erkennen und beseitigen können.

Tauschen Sie defekte Elektrogeräte aus
Nicht selten sind technische Defekte die Ursache von Wohnungsbränden. Veraltete Elektrogeräte wie Wasserkocher ohne Abschaltautomatik, in die Jahre gekommene Heizdecken, überlastete Haartrockner oder brüchige Kabel – ein Drittel aller Wohnungsbrände entstehen durch elektrische Defekte, so die Statistik.

Überprüfen Sie daher vor allem Elektrogeräte wie Bügeleisen, Toaster, Wasserkocher, Steh- oder Tischlampen und elektronische Einbauten – zum Beispiel ein im Wandschrank eingebauter Fernseher oder eingebaute Kühlschränke. Auch Trockner sind eine häufige Brandquelle.

Ersetzen Sie veraltete oder defekte Haushaltsgeräte durch moderne elektronische Geräte, wie selbst abschaltbare Bügeleisen oder Gasherde, bei denen das Gas nicht unkontrolliert ausströmen kann. Oft ist ein Neukauf wesentlich günstiger als eine Reparatur. Tauschen Sie unbedingt geflickte und defekte Kabel aus

Überprüfen Sie Wand- und Mehrfachsteckdosen
Was viele nicht wissen: sowohl Wandsteckdosen als auch Mehrfachsteckdosen besitzen eine maximale Leistung, die nicht überschritten werden darf. Eine Wandsteckdose sollte nicht mit mehr als 3.500 Watt, eine Mehrfachsteckdose, je nach Modell, mit max. 2.500 bis höchstens 4.500 Watt belastet werden. Die maximale Belastung einer Mehrfachsteckdose entnehmen Sie der Gerätebeschreibung.

Gibt es mehr elektrische Geräte in der Wohnung als Wandsteckdosen, greifen viele gerne zu Mehrfachsteckdosen, um diese hintereinander zu stecken. Das mag auf dem ersten Blick sehr praktisch sein, doch Vorsicht: Ist die zweite Mehrfachsteckdosenleiste vollständig belegt, sollten Sie an die erste Steckdosenleiste, welche direkt mit Wandsteckdose verbunden ist, nur die zweite Steckdosenleiste anschließen – sonst droht schnell Überlastung.

Denken Sie über mögliche Gefahrenquellen nach
Neben defekten Elektrogeräten und überlasteten Wand- und Mehrfachsteckdosen, ist auch die persönliche Wohnsituation ein entscheidender Faktor beim vorbeugenden Brandschutz.

Falls Sie Kerzen, Öllampen, einen Ofen oder Kamin nutzen, lassen Sie diese niemals unbeaufsichtigt abbrennen und achten Sie immer darauf, dass offene Flammen ausreichend Abstand zu Stoffen und Materialien haben, die schnell entflammbar sind.

Entzündliche Stoffe wie Lacke, Lösungsmittel, Reinigungsalkohol, Spiritus oder Lampenöl sollten Sie immer mit ausreichend Abstand und am besten geschützt – z.B. in einem Schrank – vor offenen Flammen oder elektrischen Geräten aufbewahren. Überprüfen Sie außerdem, ob Ihr Elektroherd eine automatische Abschaltfunktion besitzt. Falls Sie einen Gasherd nutzen – prüfen Sie, ob dieser über eine Zündsicherung verfügt.

Räumen Sie Fluchtwege frei
Widerstehen Sie der Versuchung, nachts die Haustür im Mehrfamilienhaus abzuschließen, es ist ein wichtiger Fluchtweg und dramatisch, wenn man den Schlüssel nicht dabei hat. Wenn Sie die Wohnungstür oder die Haustür Ihres Einfamilenhause abschließen, lassen Sie immer den Schlüssel von innen in der Tür stecken oder hängen Sie ihn direkt daneben. So können Sie im Barndfall Ihre Wohnung schnell verlassen.

Achten Sie zudem darauf, im Treppenhaus oder Hausflur keine brennbaren Materialien abzustellen und Fluchtwege frei von Stolperfallen und Hindernissen zu halten. Ein Stapel Altpapier, ein Kinderwagen oder abgestellte Fahrräder können im Ernstfall schnell zur tödlichen Gefahr werden.

Setzen Sie auf Rauchmelder
Rauchmelder retten Leben. Daher gibt es in allen Bundesländern mittlerweile eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume. Gehen Sie daher kein Risiko ein und installieren Sie als Eigentümer Rauchmelder oder bitten Sie Ihren Vermieter, falls noch nicht geschehen, qualitativ hochwertige Rauchmelder, am besten mit dem unabhängigen Qualitätszeichen „Q“, auch in Ihrer Wohnung einbauen zu lassen. Falls Sie Bauherr bzw. Eigentümer sind, erhalten Sie hier wertvolle Informationen. Für Vermieter finden Sie hier weitere Details.

Bitte beachten Sie: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann lediglich als Orientierung dienen und zum Handeln anregen.

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