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Rauchmelder nicht geeignet zur Warnung im Katastrophenfall

Rauchmelder retten Leben / August 4, 2021

Anlässlich der Flutkatastrophe im Juli 2021 ist auf Anregung des Berliner Unternehmens eMessage der Vorschlag gemacht worden, die Frühwarnung im Katastrophenfall in Zukunft über Rauchmelder umzusetzen. Diese Aussage war nicht mit dem Deutschen Feuerwehrverband e.V. (DFV) oder dem Forum Brandrauchprävention e.V. abgestimmt und wird vom Forum auch nicht unterstützt.  

Das Konzept, Rauchmelder für die Frühwarnung im Katastrophenfall einzusetzen, hat das Forum Brandrauchprävention e.V. in den Jahren zwischen 2005 und 2010 bereits eingehend untersucht. Ein Expertenkreis aus Herstellern, Vertretern der Politik und der Fachverbände kam zu dem Ergebnis, dass dieses Konzept in der Praxis nicht effektiv umsetzbar ist. Die rein technische Adaption (Schutz gegen Sabotage und Hacking/Missbrauch) wurde dabei ebenso problematisch bewertet wie die Umsetzung bei weit über hundert verschiedenen Rauchmelder-Modellen, die Mehrkosten für Eigentümer, Vermieter und Mieter für neue, teurere Melder und den Austausch der flächendeckend bereits bestehenden (10-Jahres)-Melder. 

Ein weiterer Nachteil besteht zudem darin, dass mit Rauchmeldern zwar ein Warnton abgegeben werden kann, dieser aber zum einen für den Laien mit einem Falschalarm des Rauchmelders verwechselbar ist und der Warnton zum anderen keine Botschaft transportiert, wie dies mit einer Nachricht auf dem Mobiltelefon funktioniert. An den meisten Arbeitsstätten in Büros und Gewerbebetrieben sind zudem keine Rauchmelder vorgeschrieben und installiert, so dass Menschen während der Arbeitszeit nicht gewarnt werden können. Auch ist die Ausstattung in Wohnungen und Einfamilienhäusern mit Rauchmeldern in Deutschland gerade im selbst genutzten Eigentum nicht vollständig gegeben und eine Kontrolle, ob Rauchmelder montiert sind, ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Das Forum Brandrauchprävention e.V. distanziert sich daher aktuell von dem öffentlichen Vorschlag von eMessage, die Frühwarnung im Katastrophenfall in Zukunft über Rauchmelder umzusetzen. 

Berlin, den 04. August 2021
Das Forum Brandrauchprävention, 
vertreten durch die Vorstände Norbert Schaaf und Christian Rudolph

Mitglieder des Forums sind führende Dachverbände wie der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) sowie Hersteller von Rauchwarnmeldern und Dienstleistern zur Installation und Wartung. Geschäftsstelle des Forums ist die Agentur eobiont GmbH, die auch als Ansprechpartner zur Verfügung steht.