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Kohlenmonoxid: geruchlos, unsichtbar – und tödlich
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Kohlenmonoxid: geruchlos, unsichtbar – und tödlich

Rauchmelder retten Leben / Februar 16, 2018

Der Tod kommt still und unsichtbar, geruchlos und schleichend: Immer wieder kommt es in Deutschland zu Unglücken mit Kohlenmonoxid. Erst vor wenigen Tagen erlitten acht Menschen eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung – darunter drei Kinder – als sie in einem Bremer Keller einen Grillabend mit Holzkohlegrill veranstalteten. Der Großfamilie war die Gefahr durch Kohlenmonoxid nicht bewusst. Einige Opfer erlitten so schwere Vergiftungen, dass sie in einer Spezialklinik behandelt werden mussten.

Und das ist kein Einzelfall: Anfang Februar waren in einem Wohnhaus in Baden-Württemberg vier Menschen tot aufgefunden worden. Sie waren innerlich erstickt, weil in ihrer Wohnung Kohlenmonoxid aus dem losen Rohr einer Heiztherme ausgetreten war. Im Januar wurde eine Familie in Ludwigsburg durch Kohlenmonoxid ausströmend von einer Heizung vergiftet. Vor knapp einem Jahr waren sechs Teenager während einer Feier in einem Gartenhäuschen in Unterfranken an einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid, welches von einem Stromgenerator produziert wurde, gestorben – die Tragödie machte europaweit Schlagzeilen. 

Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Holz, Gas, Öl und Kohle und hemmt die Sauerstoffaufnahme des menschlichen Körpers. Bei einer Vergiftung kommt es dadurch zu einem massiven Sauerstoffmangel – im schlimmsten Fall droht der Tod. Eine Kohlenmonoxidvergiftung kann sich in Form von Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Krampfanfälle und Atemnot ausdrücken. 

Oft sind kleine Defekte bei Heizungen und Gasthermen die Auslöser solcher Unglücke. Aber auch ein Sturm oder ein Dohlennest, die den Schornstein verschließen, können eine Ursache sein. Das gefährliche Gas kann ebenfalls bei der unsachgemäßen Lagerung von Holzpellets, beim nicht zugelassenen Betrieb von Heizpilzen im Hobbykeller oder beim Heizen mit einem Holzkohlegrill in geschlossenen Räumen entweichen. Experten wie Axel Hahn, Toxikologe am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), rechnen mit bis zu 3.000 Todesfällen durch Kohlenmonoxidvergiftung jährlich allein in Deutschland. Die Dunkelziffer ist hoch, weil nicht jede CO-Vergiftung erkannt wird. 

CO-Melder retten leben

Spezielle CO-Melder können das Risiko von Vergiftungen durch Kohlenmonoxid wirksam minimieren. Sie messen über einen elektrochemischen Sensor kontinuierlich die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Raumluft. Übersteigt dieser Wert eine festgelegte Grenze von CO-Konzentration und Zeitdauer, warnen die Melder die Bewohner mit einem durchdringenden akustischen Signal. Dabei sind die Grenzwerte von CO-Meldern so gewählt, dass man möglichst früh und ohne gesundheitliche Risiken vor dem gefährlichen Gas gewarnt wird. So bleibt ausreichend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu rufen. 

Hochwertige CO-Warnmelder für den privaten Bereich sind von einem anerkannten Prüfinstitut geprüft und zertifiziert nach der Euronorm EN 50291 und – wie auch Rauchmelder – mit einer fest eingebauten 10-Jahres-Batterie ausgerüstet. Das reduziert den Wartungsaufwand erheblich. 

Neuer Arbeitskreis Kohlenmonoxid will CO-Melder bekannt machen 

Bislang sind CO-Melder in Deutschland noch wenig verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass sie hierzulande wenig bekannt und ihre Installation nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

Im Januar hat sich der „Arbeitskreis Kohlenmonoxid“ gegründet. Er soll das Wissen über CO-Gefahren im häuslichen Umfeld fördern und in der Öffentlichkeit bekannt machen. An dem Gremium wollen sich unter anderem Feuerwehren, Schornsteinfeger, Prüfinstitute, Fachverbände aus dem Bereich Brandschutz sowie Unternehmen aus der Sicherheitsindustrie beteiligen.

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