Aktuelle Studie zu Brandtoten in Deutschland: Rauchmelder retten nachweislich Leben

Rauchmelder retten Leben / März 19, 2020

Rauchmelder retten in Deutschland durchschnittlich 4,1 Menschen pro Tag bei einem Brand vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Berichte in den Medien von Dezember 2019 bis Februar 2020, die die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ zum Rauchmeldertag am Freitag, den 13. März vorstellte. Im Jahr 2015 wurden laut einer vergleichbaren Auswertung durchschnittlich nur 1,2 Personen gerettet.

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Medienauswertung 2020: Durch Rauchmelder gerettete Personen

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Medienauswertung 2020: Medienberichte im Vergleich | 2015 zu 2019/2020

Rauchmelderpflicht wirkt – bereits über 500 Menschenleben gerettet

Die zum Rauchmeldertag 2020 erstmals veröffentlichte Studie „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“ weist zudem statistisch nach: Rauchmelder retten Leben. Durchschnittlich werden nachweislich bei Bränden pro Jahr 68 Personen vor dem Tod gerettet. Das ist das zentrale Ergebnis der Erhebung von Dr. Sebastian Festag, Risikoforscher bei Hekatron Brandschutz. Durch die Rauchmelderpflicht in nahezu allen Bundesländern und die zunehmende Ausstattung von Haushalten mit Rauchmeldern sinkt das Brandsterberisiko erheblich. In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass der Rückgang der Sterbefälle bei Bränden im Zusammenhang mit der Rauchmelderpflicht steht. Statistisch abgesichert verdanken damit bisher über 500 Menschen ihr Leben einem Rauchmelder, Tendenz steigend.

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Studie “Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht” 2020: Durchschnittliche Anzahl der geretteten Personen je Bundesland vor und nach Einführung der RWM-Pflicht

Studie belegt statistische Zahlen bis 2016

Die Studie untersucht die Wirksamkeit der Rauchmelderpflicht über den Zeitraum von 1998 bis 2016 in den einzelnen Bundesländern und führt die Ergebnisse für Deutschland zusammen. Dazu werden die Sterbefälle und die darauf basierenden Risiken, an einem Brand zu sterben, durch Brandereignisse in Wohnungen und Wohnhäusern vor und nach der Einführung der Rauchmelderpflicht gegenübergestellt. Wie die Analyse zeigt, werden zahlreiche Menschenleben durch diese Maßnahme gerettet und das, obwohl die Rauchmelderpflicht noch nicht vollständig umgesetzt ist.

Zur Kurzfassung der Medienauswertung

Zur Studie „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“

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Studie “Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht” 2020: Zusammenfassung

Berlin, Brandenburg und Sachsen sind Schlusslichter

Berlin und Brandenburg haben als letzte Bundesländer die Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten eingeführt. Bis Ende 2020 müssen dort nun auch Altbauten und damit alle Wohnungen und Wohnhäuser in Berlin und Brandenburg mit Rauchmeldern durch die Eigentümer ausgestattet sein, und zwar in sämtlichen Aufenthaltsräumen, die Küche ausgenommen, und Fluren, die als Rettungswege dienen. Die Ausstattungspflicht gilt für Miet- und Eigentumswohnungen ebenso wie für das selbstgenutzte Haus. Eigentümer müssen daher ihre Mieter mit Rauchmeldern schützen, sollten aber das eigene Zuhause dabei nicht vergessen.

Sachsen ist das einzige Bundesland, dass die Rauchmelderpflicht bislang nur für Neu- und Umbauten umgesetzt hat. Nach dem letzten schweren Brandereignis im Frühjahr in Grimma, bei dem eine junge Mutter und 2 ihrer Kinder umkamen, wird die Erweiterung der Rauchmelderpflicht auch auf Bestandsbauten aber wieder politisch diskutiert.