„Rauchmelder retten Leben“ auf der FEUERTRUTZ 2016

Zu Beginn der Vortragsreihe stellte Christian Rudolph die Ergebnisse der von der Hekatron Vertriebs GmbH im Jahr 2015 beauftragten FORSA-Studie vor. Befragt wurden für die Studie 1000 Personen in jedem der fünf ausgewählten Bundesländer. Es zeigten sich interessante Ergebnisse. In Baden-Württemberg sind 89% der privaten Haushalte ausgerüstet, obwohl die Nachrüstzeit für die Bestandsbauten nur etwa 18 Monate betrug. 

Lange Fristen nicht unbedingt vorteilhaft
Für die Nachrüstung von Bestandsbauten gelten Fristen von bis zu 5, manchmal sogar 10  Jahren. Die FORSA-Umfrage zeigt jedoch, dass Eigentümer oft erst in den letzten Wochen vor Ablauf der Frist aktiv werden. Bis Jahresende 2016 müssen Bestandsbauten in Nordrhein-Westfalen mit Rauchmeldern nachgerüstet sein. Doch nur 31% der Mieter und 28% Eigentümer in NRW haben bisher Rauchmelder in privaten Haushalten installiert. Es ist zu erwarten, dass in NRW ähnlich wie in Niedersachsen Ende 2015 die Eigentümer erst kurz vor Weihnachten reagieren und der Rauchmelderpflicht nachkommen. Das führt absehbar zu – vermeidbaren - erheblichen Engpässen bei Dienstleistern und Handwerkern.

Rauchmelderpflicht und die Medien
Statistische Daten zu ermitteln ist gerade durch die Nachrüstfristen sehr schwierig. Darauf wies auch Philip Kennedy von Ei electronics in seinem Vortrag hin. Doch wer sich die aktuellen Berichterstattungen anschaut, erkennt schnell, wie wichtig Rauchmelder in der Brandprävention sind. Das Forum Brandrauchprävention hat ebenfalls die Berichterstattungen über Google Analytics ausgewertet. Medienberichterstattungen zeigen, dass täglich im Schnitt zwei Menschen durch Rauchmelder gerettet werden. Wissenswertes zeigte Philip Kennedy auch in Bezug auf Großbritannien. Nur 20% der dortigen Brände führen zu einem  Notruf bei der Feuerwehr, die übrigen 80% werden durch Rauchmelder so frühzeitig erkannt, dass sie von den Bewohnern selbst gelöscht werden können. 

Die richtige Funktionsprüfung
Die Rauchmelder können allerdings nur vor Brandrauch warnen, wenn sie einwandfrei funktionieren. Norbert Schaaf von Atral Secal legte in seinem Vortrag dar, dass eine Funktionsprüfung per Knopfdruck allein nicht bei jedem Meldertyp ausreicht, um festzustellen, ob das Gerät auch ordnungsgemäß detektieren kann. In der Norm EN 14604 ist es nicht zwingend verlangt. Bilder von Meldern, die äußerlich unversehrt aussahen, zeigten von innen erhebliche Verschmutzung durch Staub und Insekten auf. Daher sein Appell, dass beim Betätigen der Prüfeinrichtung des Melders ein vollständiger Test aller relevanten Funktionseinheiten, wie Rauchanalytik, Spannungsversorgung, Signalgeber erfolgen sollte. Die EN 14604 befindet sich gerade in Überarbeitung. Vielleicht lässt sich diese Funktionsanforderungen noch einbringen.

Rauchmelderpflicht und Datenschutz
Rechtsanwalt Norbert Küster erläuterte in seinem Vortrag zum Thema, dass Daten sowohl bei der Sichtprüfung wie auch bei der Ferninspektion anfallen. Sein Vortrag machte deutlich, dass bei einer Sichtprüfung Mitarbeiter des Vermieters oder Dienstleisters persönliche Einblicke in die Wohnungsnutzung eines Mieters gewinnen, wovon sie etliche Daten zu Dokumentationszwecken notieren müssen, die wiederum bei einer Ferninspektion gar nicht erst erhoben werden. Anders verhält es sich bei der Installation von Rauchmeldern mit Sensoren zum Messen von CO2 oder Luftfeuchtigkeit, wenn diese Daten später als Zeitreihe vom Vermieter oder Dienstleister ausgelesen werden können. Derart ausgerüstete Melder dürfte zwar jeder privat für sich selbst kaufen und verwenden, aber kein Vermieter in vermieteten Räumen installieren, weil damit Rückschlüsse auf das Wohnverhalten des Mieters gezogen werden können, wofür das Gesetz keine Rechtsgrundlage hergibt. 

Die Experten sind sich einig
Der intensive fachliche Austausch auf der Feuertrutz 2016 zeigte deutlich den Fortschritt und Handlungsbedarf in Bezug auf die Rauchmelderpflicht. Karl-Heinz Mast (Bosch Sicherheitssysteme GmbH), der seit 20 Jahren umfangreiche Erfahrungen in der Vertriebspraxis sammeln konnte, fasst das allgemeine Resümee vieler Referenten passend zusammen. Er zeigte auf, dass vor allem Elektrogeräte wie z.B. Trockner bei einem Defekt schnell zum Vollbrand führen und forderte wie viele seiner Vorredner eine Vollausstattung auch für Räume wie Wohnzimmer, Büro und Waschkeller. 

Copyright Bild: NürnbergMesse

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