Historie

Bereits die alten Ägypter hatten die ersten organisierten Feuerlöscheinheiten. Im Jahr 21 v. Chr. wurde eine erste „Feuerwehr“ mit Sklaven in Rom gegründet. Im Mittelalter wurden Innungen und Zünfte dazu verpflichtet, im Notfall einzugreifen. Dies alles waren aber nur Maßnahmen für den Fall eines größeren Schadenfeuers.

Erst aus dem 13. Jahrhundert ist überliefert, dass Menschen gezielt „Feuerwachen“ organisierten und Städte sogenannte „Feuerlöschordnungen“ erließen. Eine der ältesten dürfte die Feuerordnung der Stadt Göttingen aus dem Jahr 1334 sein. Lange Zeit waren „Nachtwächter“ und „Türmer“ für die frühzeitige Entdeckung und Meldung von Bränden zuständig.

Im 15. Jahrhundert wurden in Berlin Anordnungen zur Brandverhütung und -bekämpfung niedergeschrieben. Mit den verschiedensten Verordnungen versuchte man, Bränden vorzubeugen und das Feuerlöschwesen zu organisieren.

Im Juni 1851 wird in Berlin der Bau der ersten elektrischen Feuermeldeanlage der Welt mit unterirdischen Kabelverbindungen und zunächst 37 Feuermeldern beschlossen. Alle damaligen Maßnahmen und „Techniken“ setzten jedoch voraus, dass der „Brandwächter“ Mensch zuerst den Brand entdecken musste, bevor eine Meldung oder Maßnahmen erfolgen konnten.

Aus dem Jahr 1894 stammt eine Patentschrift für einen Apparat zur „automatischen“ Branddetektion, die den Rauch als Brandkenngröße nutzte. Als „Rauchmelder“ dienten zwei Vögel. Brannte es, fielen sie durch eine Rauchvergiftung von der Stange und lösten durch ihr Körpergewicht einen Alarm aus.

Einer Fehlauslösung durch natürlichen Vogeltod beugte man durch eine Zwei-Vögel-Abhängigkeit vor. Erst wenn beide Vögel von der Stange fielen, wurde der Stromkreis geschlossen und ein Alarm ausgelöst. Auch heute noch ist dieses Prinzip unter den Begriffen Zwei-Melder- oder Zwei-Gruppen-Abhängigkeit bekannt. Zum Wohle der Tiere wird dieses Prinzip jedoch heutzutage durch technische Lösungen ersetzt.

1902 ließ der Elektroingenieur George Andrew Darby aus Birmingham (England) einen elektrischen Hitzemelder patentieren. Anstatt Rauch wurde hierbei die Wärme als Auslöser genutzt. Die Vorrichtung funktionierte, indem ein elektrischer Stromkreis geschlossen wurde und ein Warnsignal ertönte, wenn die Temperatur über einen kritischen Wert stieg. Der Kontakt wurde geschlossen, indem man einen Abstand mit einem Leiter überbrückte oder eine Platte auf andere fallen ließ. Der Anschluss wurde einfach dadurch verursacht, dass ein Stück Butter zwischen den zwei Platten schmolz, während die Temperatur stieg.

1947 patentiert E. Meili & W. Jaeger aus Bern in der Schweiz den Ionisationsmelder. Es waren die ersten kommerziell brauchbaren Rauchmelder. Ionisationsmelder arbeiten mit einer Messkammer, die ein schwach radioaktives Präparat enthält.

Um das Jahr 1950 wurde der erste automatische Temperaturmelder auf den Markt gebracht.

1964 kamen dann die ersten Streulicht-Rauchmelder in Europa auf den Markt. Mit wachsendem Umweltbewusstsein konnten sich diese immer mehr gegen die Ionisationsmelder durchsetzen. Aufgrund der Radioaktivität werden Ionisationsmelder heute nur noch in Sonderfällen eingesetzt, da u. a. die Auflagen zur fachgerechten Entsorgung und Verarbeitung von radioaktiven Quellen sehr hoch sind.

Der erste batteriebetriebene Melder soll 1969 von Randolph Smith und Kenneth House in den U.S.A. patentiert worden sein. In den späten 70er Jahren wurden Rauchmelder für jede Wohnung und jedes Haus nutzbar, als Geräte mit Batteriebetrieb auf den Markt kamen.

Die „kleinen“ Rauchwarnmelder könnten in Zukunft auch noch eine zusätzliche Aufgabe wahrnehmen. Ende der 90er Jahre wurde vom Bund im Rahmen der Zivilschutzforschung eine Studie in Auftrag gegeben, welche die "Technologische Möglichkeiten einer möglichst frühzeitigen Warnung der Bevölkerung" eruierte. Eine der Ideen daraus ist, dass neben den nur noch wenig vorhandenen Sirenen und Gefahrendurchsagen der Medienanstalten, modifizierte Rauchwarnmelder für die Warnung der Bevölkerung (Weckeffekt) genutzt werden könnten.
 
Autor:
Guido Deges, Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG (gekürzte Fassung)

Quellen: National Fire Protection Association (NFPA), ESA, DFV Deutscher Feuerwehr Verband, Deutsche Zentrale für biologische Informationen, Wikipedia, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, The Fire Marshal’s Public Fire Safty Council, Hekatron, Feuerwehr-Flugdienstes Niedersachsen, Feuerwehr-Forum

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