Andere Länder, weniger Opfer

In Großbritannien besteht seit 1992 die Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern in neuen Gebäuden, auch in Privathaushalten (Building Regulations Doc. B 1992), da dort erfahrungsgemäß die meisten Brandtoten und -verletzten zu beklagen sind. Pflicht ist dabei mindestens ein Rauchmelder je Etage. Seit Einführung der Ausstattungspflicht ist die Anzahl der Brandtoten bis zu 40 % gesunken. Der Ausstattungsgrad beträgt derzeit etwa 90 %.
(1987: 9 %, 1994: 75 %)

In Irland gelten ähnliche Regelungen wie in England, allerdings hat hier das zuständige Sozialministerium in den Jahren 1996 - Sommer 1998 jedem Rentner einen Rauchmelder mit dem Eintritt in den Pensionsstatus geschenkt. 

In den USA gibt es in 40 Bundesstaaten gesetzliche Regelungen für Rauchmelder im privaten Bereich. Dort, wo eine Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern besteht, liegt der Ausstattungsgrad bei rund 93 %, wobei sich in ca. 88 % dieser Häuser - statistisch gesehen - 1,6 Rauchmelder befinden.
Nach einer Studie aus den Vereinigten Staaten ist das Risiko, bei einem Brand umzukommen, ohne Rauchmelder dreimal höher als mit einem Rauchmelder. (In Oklahoma sank die Zahl der durch Brände Getöteten beispielsweise um 80 %, nachdem man kostenlos Rauchmelder an die Haushalte verteilt hatte.) Die seit den 70er Jahren bestehenden Regelungen führten zu einer Reduzierung der Anzahl an Brandtoten um rund 40 %.

Norwegen hat seit 1990 gesetzlich geregelt, dass in jedem Haushalt ein Rauchmelder und eine Löscheinrichtung, zumindest ein Feuerlöscher, sein müssen. Gesetzlich ist die Installation mindestens eines Rauchmelders pro Etage vorgeschrieben. Untersuchungen zu Folge ist sogar meist ein Rauchmelder pro Raum installiert. 98 % der Haushalte sind damit heute ausgerüstet.

In Schweden sind 70 % der Haushalte mit Rauchmeldern ausgerüstet. Hier spricht man von  einer Verringerung der Brandopferzahlen um 50 %.

In den Niederlanden lag der Ausstattungsgrad mit Rauchmeldern bis zum Jahre 2000 nur zwischen 3 % und 10 %. In seit dem 01.07.2002 bezugsfertig werdenden Neubauten ist der Einbau mindestens eines Rauchmelders mit Anschluss an die normale 230-V-Elektrizitätsversorgung mit eingebauter Notstrom-Batterie in Fluchtwegen vorgeschrieben. Gleichzeitig wurde der Einbau von 230-V-Ionisationsmeldern in Neubauwohnungen verboten.
2005 hatten 60 % der Wohnungen (freiwillig oder gesetzlich verpflichtet) einen oder mehrere Rauchmelder. 2006 waren es bereits 64 % und in 2007: 68%.
Eine Umfrage 2007 ergab:
57 % macht gelegentlich den Rauchmelder sauber
73 % haben schon einmal die Batterie gewechselt
87 % haben den Rauchmelder schon mal überprüft

In Kanada und Teilen Australiens besteht ebenfalls eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht.

In Deutschland ist die Rauchmelderpflicht Ländersache und wird in den Landesbauordnungen verankert. In den meisten Bundesländern gibt es eine Rauchmelderpflicht, größtenteils für Neu- und Bestandsbauten. Aufgrund der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit weisen die Ergebnisse der Forsa-Studie von 2006 bereits eine Ausstattung der Privathaushalte von 31 % auf (1999: 5 -7 %). Experten sind sicher, dass sich eine signifikante Erhöhung ohne Gesetzgebung jedoch nicht mehr erreichen lässt.
Eine Auswertung der Ergebnisse der Rauchmelderpflicht wird in den einzelnen Bundesländern erst einige Zeit nach Eintritt der Umsetzungsfristen möglich sein.

Quellen

Feuerwehr Hamburg
Nederlandse Brandwonden Stichting


Summary fire and rescue service statistics, UK, 2006

Aktuelle UK-Statistik:

https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/36467/FSGB_2011_to_12.pdf

Neu, erschienen 2013:

"Sulzburger Studie zur Einführungspflicht von Rauchwarnmeldern" von Dr. Sebastian Festag, erschienen im Erich Schmidt Verlag.

siehe: http://www.esv.info/978-3-503-14479-2