Gesetzgebung in Deutschland

Im sonst so sicherheitsbewussten Deutschland waren Rauchmelder bis vor wenigen Jahren noch wenig bekannt und gesetzlich nicht vorgeschrieben. 

Rauchmelderpflicht

Die Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ ist seit dem Jahr 2000 bundesweit für die Brandschutzaufklärung im privaten Wohnraum aktiv – mit der Unterstützung der Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen.

Im Lauf der Jahre hat sich das Bewusstsein der Bevölkerung und damit auch der politischen Entscheider dahingehend geändert, Rauchmelder als wirkungsvolle Lebensretter wahrzunehmen.

Heute haben bereits 13 Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen) eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume. Details zu den Gesetzgebungen in den einzelnen Bundesländern und die entsprechende Umsetzungsfristen finden Sie hier.

Gesetzgebung

Allen Gesetzestexten zur Rauchmelderpflicht liegt die Anwendungsnorm DIN 14676 zu Grunde: „Wegen der verminderten Wahrnehmung von Brandrauch im Schlaf sind Schlafbereiche, insbesondere Kinder- und Schlafzimmer sowie Flure durch Rauchwarnmelder zu überwachen. Bei offenen Verbindungen mit mehreren Geschossen ist mindestens auf der obersten Ebene ein Rauchwarnmelder zu installieren.“ Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut (oder angebracht) und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Schutzkonzepte für hilfebedürftige oder in der Wahrnehmung eingeschränkte Personen

Bei der Umsetzung der Rauchwarnmelderpflicht ist zu beachten, dass der alleinige Einsatz von Standard-Rauchwarnmeldern nach den Landesbauordnungen und der Norm nicht immer ausreicht. Bei Personengruppen mit eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen sowie bei Menschen, die ihre Evakuierung nicht selbst organisieren können, kann es notwendig sein, Schutzkonzepte entsprechend anzupassen.  

Dieses können z. B. Zusatzsysteme für Gehörlose oder Schwerhörige sein, die den Signalton mit Lichtblitzen und in Vibrationen ausgeben. Wenn externe Hilfe zum schnellen Verlassen der Räume notwendig sein sollte, können z. B. besonders vernetzte Rauchwarnmelder die Warnung weiterleiten. Mögliche Empfänger sind z.B. Nachbarn, Angehörige oder Hausnotrufzentralen, die dann selbst schnelle Hilfe leisten bzw. organisieren.

 

 

Weitere Informationen

Eine Zusammenfassung der Anwendungsnorm DIN 14676 finden Sie hier.

Das Copyright der Normen liegt beim DIN (Deutsches Institut für Normung e. V.). DIN-Normen sind zu beziehen über:


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