Jeder Baden-Württemberger bleibt für den Brandschutz in den eigenen vier Wänden selbst verantwortlich.
Bis zuletzt appellierte Willi Dongus, Geschäftsführer des Landesfeuer-wehrverbandes (LFV) Baden-Württemberg, an die Landesregierung, nicht auf das nächste Brandopfer zu warten, sondern eine landesweite Rauch-melderpflicht einzuführen. Doch das Wirtschaftsministerium setzt auf Freiwilligkeit und, so dass keine gesetzliche Regelung in die Novellierung der Bauordnung aufgenommen wurde.
„Jeden einzelnen Baden-Württemberger persönlich von der Installation eines Rauchmelders zu überzeugen, ist eine mühsame und zeitraubende Arbeit, die die meisten freiwilligen Feuerwehren in ihrer Freizeit und am Wochenende übernehmen“, sagt Willi Dongus. „Nur die Rauchmelderpflicht hätte die Grundsicherheit der Bürger in den nächsten Jahren garantiert“, so der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Baden-Württemberg.
Rund 500 Menschen kommen jährlich bei Wohnungsbränden ums Leben. Gründe für die 200.000 Brände im Jahr sind neben Fahrlässigkeit häufig technische Defekte.
Interview mit Willi Dongus, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.
RRL-Redaktion: Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg fordert, im Zusammenhang mit der Novellierung der Landesbauordnung die Pflicht zum Einbau von Rauchwarnmeldern in neu errichteten Wohngebäuden ebenso wie die Nachrüstpflicht in bestehenden Wohnhäusern aufzunehmen. Warum?
Willi Dongus: Jährlich kommen in Deutschland etwa 500* Menschen durch Brände um, 75 % davon in Privatwohnungen. Häufigste Todesursache ist dabei die Rauchvergiftung. Hinzu kommen etwa 5.000 Menschen, die in Deutschland durch Brände schwer und etwa 50.000 Menschen, die durch Brände leicht verletzt werden. Unter dieser erschreckend hohen Zahl von Brandopfern sind viele Kinder! (*Basis Statistisches Bundesamt, ohne Spätfolgen!)
Dabei gibt es ein einfaches, kostengünstiges Mittel, diese Opferzahlen deutlich zu senken: Dies ist der Rauchwarnmelder. Er schlägt bei Brandrauch Alarm und verschafft bedrohten Menschen einen entscheidenden, lebensrettenden Vorsprung vor dem tödlichen Brandrauch. Dieser lebensrettende Sicherheitsfaktor ist unbestritten!
RRL-Redaktion: Kommt die Aufklärungsarbeit der Feuerwehren an eine Grenze?
Willi Dongus: Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg stellt den Feuerwehren zusammen mit der SV SparkassenVersicherung und dem Innenministerium schon seit einer Reihe von Jahren Informationsmaterial zur Verfügung. Und die Feuerwehren werben bei ihren Veranstaltungen auch umfassend und qualifiziert für den Einbau von Rauchmeldern.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Menschen, bei denen für den Einbau von Rauchmeldern geworben wird, immer wieder die Frage nach der gesetzlichen Einbaupflicht stellen. Und muss diese - wie in Baden-Württemberg - verneint werden, werden selbst die besten Argumente für den Einbau der Rauchmelder deutlich uninteressanter.
Darum brauchen wir ergänzend zu den Kampagnen der Feuerwehren die Rauchmelderpflicht.
RRL-Redaktion: Welche Argumente sprechen für die Rauchmelderpflicht?
Willi Dongus: Lassen Sie mich die Frage mit folgenden Schlagworten beantworten:
RRL-Redaktion: Was raten Sie Verbrauchern, wenn die Rauchmelderpflicht nicht eingeführt wird?
Willi Dongus: Sorgen Sie für sich und Ihre Familie! Beugen Sie Gefahren vor. Vermeiden Sie Brände! Und installieren Sie Rauchmelder. Eine kostengünstigere Art, Ihre Gesundheit oder gar Ihr Leben oder das Ihrer Familie vor Rauch und Feuer zu schützen, gibt es nicht.